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Es ist hoechste Zeit ..........

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fuer die
naechsten


JAIG-News!

 

 

 

 

Fast ein halbes Jahr ist vergangen seit unserer letzten Ausgabe der JAIG-News.

Viel hat sich ereignet in dieser Zeit - Schoenes und Schlimmes, Freud’ und Leid - liegen sehr eng beieinander.

Wir Alle haben die Bilder von der Hochwasser-Katastrophe gesehen, die auch unsere Funkfreunde in Chemnitz betroffen hat. Deshalb haben wir spontan aus der JAIG-Kasse einen "Fluthilfe"-Betrag angewiesen. Wenn Ihr unseren Freunden auch helfen wollt, dann bitte auf das JAIG-Konto Nr. xxxxxxxx bei der Stadtsparkasse Muenchen, BLZ 701 500 00 ueberweisen. Damit die Spenden richtig verbucht und weitergeleitet werden koennen, bitte unbedingt "Fluthilfe" angeben.

Erfreulich fuer uns ist es immer wieder, wenn wir Beitraege fuer unsere News von unseren Freunden zugesandt bekommen. Dafuer wollen wir uns einmal mehr ganz herzlich bedanken! Die "Stammleser" kennen die Autoren der Artikel meist schon im voraus. Aber vielleicht ist es eine Anregung fuer andere JAIG-Freunde, eine kleine Geschichte zu erzaehlen – es muss nicht nur Amateurfunk betreffen!

Zu den weniger erfreulichen Dingen gehoert auch, dass wir die Gebuehr fuer das JAIG-Diplom auf € 10,- erhoehen muessen. Auch an uns sind die Kostensteigerungen leider nicht spurlos vorueber gegangen. Trotzdem hoffen wir, dass sich viele Freunde fuer das Diplom interessieren.

Bitte beachten: der Antrag fuer das JAIG-Diplom (DL und EU) ist ausschliesslich an

OM Hans GRAF

Jaques Offenbach Strasse 33

D - 83395 Freilassing

zu senden.

 


 

Silent key

Wieder haben zwei JAIG-Freunde fuer immer das Mikrofon aus der Hand gelegt.

 

news7102Beim DIG-Treffen Ende Mai in Koblenz-Guels haben wir erst erfahren, dass unser Mitglied

Karl-Heinz ROCK, DL 2 SDE, #274

am 1. Maerz 2002 verstorben ist.

Wie sicher auch unsere Freunde wissen, war Karl-Heinz begeisterter Funkamateur und ueber seine Erfahrungen und Erlebnisse hat er immer bei seinen Besuchen der HAM-Radio in Friedrichshafen erzaehlt.

(Dieses Bild entstand bei der HAM-Radio 2000)

 

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news7104Gerhard PAUL, DF 6 SW, #184

war seit 1991 JAIG-Mitglied.

Viele unserer Freunde kannten "Gerd" nicht nur von den Aetherwellen, sondern auch persoenlich. Mit seiner YXL Irene war er bei fast jedem JAIG-Treffen dabei. Wir haben viele schoene, froehliche Stunden zusammen verbracht, an die wir gerne zurueckdenken. Seine herzliche, offene Wesensart bleibt uns in Erinnerung.

Das Treffen in Leipzig war ein Abschiednehmen, er verstarb am 31. Juli 2002.

 

 

Liebe Freunde, Ihr werdet uns sehr fehlen.

 

 


 

JAIG - Treffen 2002

Willfried Pareigat, DD6UMW, #395

Japanische und deutsche Funkamateure trafen sich in Leipzig

Es ist inzwischen schon eine gute Tradition, dass sich die Mitglieder der JAIG - einer Organisation japanischer Funkamateure in Deutschland - jaehrlich einmal in einer interessanten Stadt oder Region Deutschlands treffen, um in angenehmer Atmosphaere Land und Leute kennen zu lernen und natuerlich ueber den Amateurfunk im allgemeinen und im speziellen zu fachsimpeln. Und fuer 2002 fiel die Wahl auf Leipzig !

Zugegeben, die Organisation solcher Treffen ist immer mit einer Menge Arbeit verbunden und wenn einem auch dann noch die eigentlich erwartete Hilfe aus der betreffenden Region versagt bleibt, dann braucht man schon viel Enthusiasmus, um doch noch ein erfolgreiches Treffen zu organisieren. Aber letztendlich fanden sich doch noch ein paar gute Geister, sprich helfende Funkamateure aus der Region, die uns prima unterstuetzten.

Das Treffen fand in der Zeit vom 03.05. - 05.05.2002 statt.

Diese Treffen finden eigentlich immer um diese Zeit statt, gegen Ende April und Anfang Mai. Der Termin wurde nicht nur deshalb gewaehlt, weil es mitten im Fruehling ist und die erwachende Natur Balsam fuer unsere gestressten Seelen ist, sondern vor allem auch deshalb, weil unsere japanischen Freunde in dieser Zeit eine guenstige Gelegenheit haben, ueber einen laengeren Zeitraum Urlaub zunehmen. Warum?? That's japanese life! Schaut einfach mal auf unsere Homepages www.jaig.de.

Wir hatten das kleine nettesternsternsternstern -Hotel "Holiday Inn" in der Naehe der Alten Messe, nicht weit vom Voelkerschlachtdenkmal gefunden. Hier konnten alle Teilnehmer , die es wuenschten, untergebracht werden. Wir haben uns auch deshalb fuer dieses Hotel entschieden, weil wir ohne Probleme und zu sehr kulanten Bedingungen in einem der hoechstgelegenen Zimmer mit Balkon (es war eigentlich die VIP-Suite) unsere Sonderstation fuer das JAIG-Net aufbauen konnten. Dazu aber spaeter mehr
v. li. re: JA3PE, JJ1EEJ, JA1MYM

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v. li. re: JA3PE, JJ1EEJ, JA1MYM

Die Anreise begann bereits am Donnerstag, den 02.05.2002 .

Genau wie wir, die Berliner JAIG-Crew, kamen viele tatsaechlich schon am Donnerstag und so gab es bereits Donnerstag abend die ersten Wiedersehensfeiern.

Auch bei diesem JAIG-Treffen hatten die Organisatoren ein interessantes Besichtigungsprogramm zusammengestellt. Wer so wie ich ueber ein Jahrzehnt nicht mehr in Leipzig war, also die letzten Erinnerungen an Leipzig noch aus der Vor-Wende-Zeit hatte, der war mindestens ueberrascht, angenehm ueberrascht, was sich in den letzten 10 Jahren hier in Leipzig und Umgebung alles getan hat.

Am Freitag, den 03.05.02, begann unsere erste Tour, natuerlich zum Voelkerschlachtdenkmal. Leider konnten wir nicht hinein, weil Bauarbeiten durchgefuehrt wurden. Aber auch von aussen wirkte es maechtig imposant.

Weiter ging es dann zur Neuen Messe. Hier erlebten wir eine Fuehrung durch die neuen Messehallen, einem wirklich gelungenen Kompromiss zwischen Zweckmaessigkeit und Moderne.

Da zur Zeit die meisten Hallen alle leer waren bzw. umgebaut wurden fuer kuenftige Veranstaltungen, wirkten sie besonders gross. Mit ein bisschen Fantasie kam man sich vor wie in einem Sience-Fiction-Film, auf einer Marskolonie oder den Biosphaeren einer riesigen Raumstation. Welch' ein Unterschied zur Alten Messe!

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news7109Von der Neuen Messe fuhren wir wieder in die Innenstadt bis zum Augustusplatz.

Hier hatten wir bis 13.45 Uhr Zeit, die Innenstadt von Leipzig selbst zu erkunden. Leipzig ist unter anderem auch eine Universitaetsstadt. Das merkt man hier an allen Ecken und Enden.

Augustusplatz und Auerbach’s Keller

Und wenn man mit einer YL oder XYL zusammen unterwegs ist, vergeht die Zeit wie im Fluge - das koennt ihr mir glauben! Natuerlich wurde das Mittagessen in dem beruehmten Restaurant "Auerbachs Keller" eingenommen - das gehoert einfach dazu !

Puenktlich trafen wir uns dann alle vor dem Neuen Rathaus, das eigentlich viel aelter aussieht, als das Alte Rathaus. Im Treppenhaus dieses imposanten Gebaeudes wurden wir vom Distriktsvorsitzenden des Distriktes Sachsen, OM Lothar Marx - DL9PM und einem OVV aus Leipzig, OM Wolfram von Aa - DL9WAA herzlich willkommen geheissen.

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Unsere Gruppe vor den Neuen Rathaus Leipzig

 

 

Zur offiziellen Begruessung durch die Stadt Leipzig erwartete uns die Referentin fuer europaeische und internationale Zusammenarbeit, Frau Dr. Goldschmidt, im historischen Sitzungssaal des Neuen Rathauses.

 

In dem anschliessenden Rundgang erklaerte uns der Pressereferent Herr Krakow interessantes zur Historie der Stadt Leipzig und des Neuen Rathauses. Dieser Rundgang war dann auch irgendwie woertlich zu nehmen, denn wir kraxelten eine grosse Wendeltreppe hinauf zur Aussichtsebene des Rathausturmes. Die wunderschoene Aussicht auf Leipzig belohnte die Muehen des Treppensteigens.

 

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Im Anschluss an diesen Rathausbesuch konnten wir bei einer Stadtfuehrung durch den Kern der Altstadt unser Wissen ueber die Geschichte der Stadt weiter vertiefen.

news7114So viele Informationen mussten verarbeitet werden und dafuer eignete sich der Abend im Hotelrestaurant hervorragend.

Am Samstag, den 04.05.02, brachte uns der Bus nach Weimar. Waehrend der Busfahrt erfuhren wir einiges ueber die amateurfunktechnische Erschliessung des Leipziger Stadtgebietes und auch andere interessante Details aus der Entwicklungsgeschichte der Region, durch die wir gerade fuhren.

news7115news7116Der Vormittag in Weimar wurde als kunsthistorische Stadtfuehrung durch die Weimarer Altstadt gestaltet, sozusagen auf den Spuren von Goethe und Schiller.
Rathaus Weimar
Der Dom zu Naumburg

Nach dem Mittagessen im "Koestritzer Schwarzbierhaus" ging unsere Besichtigungstour weiter Richtung Naumburg.

news7117Leider hatte sich das Wetter so verschlechtert, dass nur noch die Besichtigung des Naumburger Doms planmaessig durchgefuehrt werden konnte.

 

So richtig boese ueber die Rueckfahrt in unser Hotel nach Leipzig war eigentlich niemand, denn die meisten freuten sich schon auf den heutigen Abend im Hotel, dem eigentlichen JAIG-Meeting.

Und dazu gab es auch wirklich allen Anlass, denn es erschienen zur Abendveranstaltungen JAIG-Mitglieder und Gaeste, die an den uebrigen Tagen aus unterschiedlichsten Gruenden nicht dabei sein konnten. Insbesondere unsere japanischen Freunde waren zahlreich vertreten.

 

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Ein Buefett mit kalten und warmen Speisen liess keine Wuensche offen und so wurde ein locker entspannter Abend eingeleitet.

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Wir hatten die ganze Zeit den Eindruck, dass das diesjaehrige JAIG-Treffen unter einem sehr kuenstlerischen Stern stand und so empfanden wir es irgendwie folgerichtig, dass ein Hoehepunkt des Abends der Auftritt zweier Musikstudentinnen mit ihrem Mentor war. Sie boten uns Klassisches und Modernes auf Cello, Violine und Keyboard.

 

Ein staendiger Hoehepunkt unserer JAIG-Treffen ist die Vergabe des JAIG-Preises an Mitglieder der JAIG fuer hervorragende Leistungen im Rahmen unserer JAIG-Aktivitaeten.

news7120Dieses mal wurde die Auszeichnung an Tadashi Ohori - JRØDLU vergeben. In seiner Laudatio wuerdigte OM Bertin - DJ9WM die Leistungen von Tadashi Ohori und seiner Frau Hiromi - JIØSBR bei der Vorbereitung und Durchfuehrungen des JAIG-Treffens 2000 in Japan.

Leider konnten Tadashi und Hiromi Ohori diese Auszeichnung nicht persoenlich ueberreicht werden. Stellvertretend nahm diese Ehrung der japanische OM Ohnishi Shinji - JA3PE entgegen. Er wird sie nach seiner Rueckkehr nach Japan dort an Tadashi Ohori uebergeben.

An diesem Abend wurde noch viel besprochen, gemeinsame Erlebnisse aufgefrischt, viel gelacht und getrunken, wie es unter Freunden so ueblich ist............. .


Am Sonntag, den 05.05.02, nach einem guten Fruehstueck war ein weiterer regelmaessiger Hoehepunkt unserer JAIG-Treffen: Die Teilnahme am JAIG-NET.

Hier treffen sich OM's aus Japan und Deutschland bzw. anderen Laendern soweit moeglich, auf dem 15m - Band (21.360,0 kHz) . Man kann sich vielleicht vorstellen, dass das manchmal ein schwieriges Unterfangen ist, denn die Bedingungen fuer Direktverbindungen nach Japan sind nicht immer und ueberall optimal.

Ich komme jetzt auf die Anfangs gemachte Bemerkung zurueck.

Dank der Grosszuegigkeit des Hotelmanagements hatten wir fuer unser JAIG-Shack die VIP-Suite mit Balkon im 5.Obergeschoss zur Verfuegung. Trotzdem war es auf Grund der baulichen Gegebenheiten nicht moeglich, dort einen grossen Beam oder einen Dipol aufzubauen. Aber dafuer hatten wir nach oben jede Menge Platz. Also wurde der vorhandene Dipol umfunktioniert in eine Vertikalantenne. Dieser Dipol ist eine Selbstbauantenne, die in ihren mechanischen und elektrischen Parametern genau auf das 15m-Band abgestimmt ist. Wie gesagt, als horizontaler Dipol - auspacken, aufhaengen anschliessen und los geht's - ohne Anpassungsprobleme. Das war aber jetzt nicht ohne weiteres moeglich!

OM Jens - DL7UMA und OM Jens - DL3AWB bastelten aus den Horizontal-Dipol einen geknickten Vertikal-Dipol (geknickter Slooper). Er wurde am Balkongitter befestigt. Die Grobabstimmung wurde mit Drehen und Kippen realisiert und den Rest besorgte ein MFJ- Antennentuner. Gearbeitet wurde mit einem Kenwood TS-50, 100 W Ausgangsleistung.

Ob es die diese famose Antenne war oder die Ausbreitungsbedingungen - wer weiss - jedenfalls hat es geklappt und wir konnten einige QSO's mit unseren Freunden in Japan ins Log eintragen. Unsere japanischen Gaeste waren begeistert. Einige von ihnen fuehrten selbst QSO's mit ihren Freunden in Japan und die Freude war gross auf beiden Seiten der Weltkugel.

 

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Ab Sonntag Mittag hiess es dann wieder Abschied nehmen. Drei schoene Tage sind wie im Fluge vergangen. Aber eines ist jetzt schon sicher : Naechstes Jahr gibt es ein Wiedersehen. Und wenn ich richtig gehoert habe, soll das dann in Berlin stattfinden.

 

 Also dann...... !

...............cuagn........73 de DD6UMW

 


 

 

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JAIG-Preis 2002 - Uebergabe in Tokyo

Kuni, DF2CW, #18

Wie Ihr im Bericht von Willfried, DD6UMW, gelesen habt, konnte Tadashi Ohori, JRØDLU den JAIG Preis 2002 nicht persoenlich in Leipzig entgegennehmen.

Am 8. Juni hat OM Ohnishi, JA3PE, in einem Restaurant in Ueno zusammen mit einigen JAIG-Freunden den Preis an Tadashi Ohori, JRØDLU uebergeben.

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JIØSBR, JRØDLU und JA3PE

v. li. n. r: JA3PE, JA1MYW, JRØ JIØSBR, JA1DKN, JA1FY, JG1AFE

 

 


 

DIG-Treffen 2002 in Koblenz-Guels

Kuni DF2CW #18 und Erika #420

33 Jahre DIG waren fuer uns ein Grund, an dem Treffen in Koblenz-Guels (im uns wohl bekannten Hotel Avantgarde) teilzunehmen. Wir trafen dort auch einige Freunde aus der JAIG-Familie; Gerd und Gosia, DJ6DO und DE1MCH, Edith, DF7WU, die dieses Treffen mit organisiert hat, Siegfried, DK6PK, der ja in Leipzig noch nicht dabei sein konnte. Der Wettergott war gut gelaunt und hat strahlenden Sonnenschein geschenkt. Wir haben die froehlichen Tage im Kreis der Funkfreunde richtig genossen.

 

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Edith, DF4WU - Elfie, DF3TE DJ8OT, DJ6DO und DE1MCH DF2CW mit ON4QN und seiner XYL

 

 


 

HAM-Radio 2002 in Friedrichshafen

Kuni, DF2CW, #18

Wie jedes Jahr treffen wir uns in Friedrichshafen bei der HAM Radio. In diesem Jahr konnten wir 4 OM aus Japan an unserem Treffpunkt im Restaurant begruessen: Matsumoto-san, JA1AYC (von JARL), Kawai-san, JA1FUY (Chefredakteur von QTC-Japan), Okada-san, JA1CVF. Sugimoto-san, JG1GWL, der unterwegs in die Schweizer Bergwelt war, schaute auch bei uns vorbei. Beim gemeinsamen Mittagessen wurden interessante und anregende Gespraeche gefuehrt.

Den Abend verbrachten unsere Besucher aus Japan - mit Ausnahme von Sugimoto-san - gemeinsam mit JAIG-Freunden in einem kleinen, gemuetlichen Yacht-Club Restaurant am Bodensee.

Die naechste HAM-Radio 2003 findet in der Neuen Messehalle (Naehe Flughafen) statt.

 

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v. li. n. re. sitzend: JA1FUY, JA1AYC, JG1GWL
v. li. n. re stehend: JA1CVF, DF2CW
Abend im Yacht-Club-Restaurant

 

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Beat Takeshi

Thomas Krueger, DH5MM, #190

Sicherlich hat der Eine oder der Andere im Jahre 2000 die japanische Sendung "Takeshi’s Castle" von DSF angesehen. Ich moechte Euch etwas ueber Beat Takeshi schreiben, der eigentlich Takeshi Kitano heisst und in Japan sehr bekannt ist.

Geboren wurde Takeshi Kitano am Sonntag, dem 18. Januar 1948 in Tokyo.

Der Regisseur, Schauspieler, TV-Entertainer, Filmautor und Romancier Takeshi Kitano begann seine Karriere nach einem abgebrochenen Studium an der Meiji Universitaet (1967) und etlichen Gelegenheitsjobs im Showbiz als Standup-Komiker auf der Buehne eines obskuren Strip-Lokals in Asakusa.

Im Jahr darauf rief er mit einem Freund das alternative Komikerduo "The Two Beats" ins Leben - daher sein Kuenstlername "Beat Takeshi", den er noch heute fuer alle Auftritte vor der Kamera verwendet - was im Westen nicht selten zu Konfusionen fuehrt. "The Two Beats" avancierten wegen ihrer rasanten und respektlosen Auftritte insbesondere bei Studenten und anderen aufgeschlossenen jungen Leuten zum Top-Act der spaeteren 70er Jahre.

Als das erfolgreiche Duo dann Anfang der 80er auseinanderbrach, hatte sich Kitano laengst als hyperaktives Multitalent entpuppt, das in jedem Medium zu Hause ist. Gleich ob als Talkmaster im Radio, Darsteller in Fernsehspielen (seit 1975) oder Verfasser von humoristischen Kurzgeschichten. Damals begann sein Siegeszug durch die Studios, Redaktionen und Verlage. Heute gilt Takeshi Kitano allgemein als Japans fuehrende Medienpersoenlichkeit.

Wie praesent der hochverehrte und geliebte Beat Takeshi insbesondere auf dem Bildschirm ist, wurde der Nation erst wirklich bewusst, als er im August 1994 einen schweren Motorradunfall hatte. Das halbe Fernsehprogramm war ploetzlich Makulatur, denn schliesslich war er Woche fuer Woche in neun verschiedenen Sendungen von der Quiz-Show bis zum Fussballmagazin aufgetreten. Danach brachte es der rastlose Entertainer "nur" noch auf sieben TV-Termine pro Woche.

Ein Reflex seines Unfalls, an den noch eine halbseitige Laehmung des Gesichtsnervs erinnert, ist die Figur des malenden Rollstuhlfahrers Horibe in Kitanos Film "Hana-Bi" (1997) ein Schicksal, an dem Kitano selbst vor drei Jahren nur haarscharf vorbeigeschlittert ist.

Seine Filmkarriere begann 1983 als Darsteller in heimischen Produktionen. Mit Nagisa Oshimas Kriegsdrama aus einem Gefangenenlager "Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence" tauchte der Name Beat Takeshi dann erstmals auch in westlichen Breitengraden auf. Neben David Bowie und Ryuichi Sakamoto verkoerpert er den "typischen" japanischen Soldaten Sgt. Hara - autoritaetsglaeubig, brutal und, nach reichlichem Alkoholkonsum, sentimental. Bereits diese fruehe Rolle macht die erstaunliche Diskrepanz zwischen Kino- und TV-Image deutlich: Der Spassmacher auf dem Bildschirm und der Antiheld auf der Leinwand (insbesondere in seinen eigenen Filmen) sind wie ungleiche Brueder.

Fuer andere Regisseure spielte er in juengerer Vergangenheit etwa den maechtigen Yakuza Takohashi in dem Cyberspace-Thriller "Vernetzt - Jahnny Mnemonic" (1995) mit Keanu Reeves oder den einaeugigen, schwulen Killer in der Gangsterballade "Gonin" von Takeshi Ishii. Er war auch der Hauptdarsteller in der Verfilmung seines Romans "Many Happy Returns" (1993), einer Satire auf die religioesen Kulte Japans, inszeniert von seinem frueheren Assistenten Toshiniro Tenma.

news7134Sein Regiedebuet gab Takeshi Kitano 1989 mit "Violent Cop", in dem er ur-spruenglich nur die Titelrolle hatte spielen sollen. Es folgten "Boiling Point" (1990) sowie "Sonatine" (1993), und die Yakuza-Trilogie, welche von emsigen Festivalbesuchern zwischen Cannes und Vancouver rasch zum Kult erklaert wurde, war komplett.

Weil sich westliche Verleiher mit japanischen Produktionen im allgemeinen und mit Kitanos ebenso kompromisslos persoenlichen wie blutigen Gangsterfilmen im besonderen nicht eben leicht taten, blieb er ein Geheimtip. Immerhin: In Grossbritannien gehoeren seine drei ersten Filme zu den meistverkauften fremdsprachigen Videotiteln aller Zeiten. Sein sechstes Werk, "Kids Return", lief 1996 u.a. im Rahmenprogramm von Cannes. Der Goldene Loewe von Venedig 1997 fuer "Hana-Bi" markiert den vorlaeufigen Hoehepunkt seiner internationalen Karriere. Zur Preisverleihung hat das Fachblatt Variety ausdruecklich angemerkt: "Dies war einer der seltenen Faelle, wo die Entscheidung der Jury von der versammelten Kritik einhellig begruesst wurde."

Weitere Filme von und mit Takeshi Kitano: "Tokyo Eyes" (1998), "Kikujiros Sommer" (1999), "Brother" (2000).

 


 

Deutsch-Japanische Entdeckungen 2

Willfried Pareigat, DD6UMW, #395

Liebe JAIG-Freunde,

wir haben festgestellt, immer wenn wir von unseren Aktivitaeten als Funkamateure in Freundes- oder Bekannten- und Kollegenkreisen erzaehlen, bleibt es nicht aus, dass wir irgendwann auch auf unsere internationalen Verbindungen zu sprechen kommen. Dann wird meistens auch gefragt, ob wir die andere Funkamateure in anderen Teilen der Welt, mit denen wir ja eigentlich "nur" ueber Funk sprechen, auch persoenlich kennen bzw. kennen lernen. Meistens muessen wir nein sagen, denn das ist auch bei viel gutem Willen und Geld aus unterschiedlichsten Gruenden nicht ohne weiteres moeglich. Aber wenn wir dann sagen, dass wir sehr viele OM's aus Japan persoenlich kennen, gibt es fragende Gesichter: "Wie... was, die kommen her zu Euch , extra deshalb....?" Und wir antworten dann: "Ja, das auch. Wir fahren hin!" Und dann gibt es unterschiedliche Reaktionen. Die einen laecheln anerkennend, andere gucken staunend, wieder andere unglaeubig oder auch neidisch. Letztlich siegt die Neugier und die Fragen nehmen kein Ende.

Trotz Globalisierung auf allen Gebieten des Lebens ist fuer die meisten Menschen in Old-Germany Japan ein exotisches Land im fernen Osten. Man versteht die Sprache ueberhaupt nicht, die Kultur ist sehr fremd, auch das Essen und sogar die Dinge des Alltags sind oft anders geloest, als wir es meistens kennen. Mal abgesehen von der grossen Entfernung und den damit verbundenen relativ hohen Reisekosten scheuen die meisten wohl die vermeintliche Unbequemlichkeit und Unsicherheit, sozusagen dem Ausgeliefertsein dieser doch unbekannten Kultur. Die Angst oder Unsicherheit vor dem Neuen, Unbekanntem ist immer noch groesser als die Neugier. Aber wer doch seiner Neugier folgt und sich ganz dem Entdecken hingibt, wird allenthalben belohnt mit Entdeckungen, Erkenntnissen und Erlebnissen, die man nie wieder vergisst.

Jungen Menschen faellt es noch am leichtesten, ihrer Neugier relativ unbekuemmert zu folgen.

Und so ist es nur folgerichtig, dass man versucht, bereits in den Schulen diesen Wege zu gehen, zwar sehr zoegerlich, aber die, die es wagen, haben es nicht bereut.

So gibt es zum Beispiel im Berliner Stadtbezirk Tempelhof, Ortsteil Mariendorf, die Gustav-Heinemann-Oberschule (GsS). Sie ist die einzige Schule in Berlin, an der Japanisch als Fremdsprache unterrichtet wird. Und das ist keine Sonderschule fuer Diplomatenkinder!

Was macht nun diese Schule aus? Sie gibt sich eben nicht mit der blossen Aufgabe einer Lehr- und Lerneinrichtung zufrieden. Die Aktivitaeten dieser Schule sind auf einer Seite nicht darzustellen. Projekte und Arbeitsgemeinschaften zu den unterschiedlichsten Themen; der Chor, das Orchester, die Theatergruppe, ein Kabarettensemble, das alles sind Glanzlichter, die den oft trueb erscheinenden Schulalltag erhellen. Nicht nur im eigenen Saft schmoren, sondern sehen, was in der Welt los ist, auch das ist die Gustav-Heinemann-Oberschule.

Australien, Frankreich, Japan, Niederlande, Polen, Schweden und Thailand sind Laender, in denen sich Partnerschulen befinden. Gegenseitige Besuche fuellen den Terminplan der Schule.

Die Schueler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule reisen regelmaessig zu ihren Partnerschulen nach Charenton/Paris und Niort (Frankreich), nach Delft (Niederlande), Posen (Polen), Sydney (Australien) und Varberg (Schweden), Chiang Mai (Thailand) und Toyohashi (Japan).

Uns interessiert natuerlich der Japanisch-Unterricht. Klar, es ist ein Fremdsprachenunterricht, wie jeder andere, aber japanisch lesen, schreiben und sprechen zu lernen ist ein echte Herausforderung. Auch deshalb ist es nicht nur ein stures Bueffeln, japanisch muss man erleben, erfahren, man muss es japanisch tun. Den Schuelern macht es offensichtlich Spass.

Hier einige Splitter aus dem Schulalltag

Haiku-Wettbewerb zum Thema Essen

Drei Schuelerinnen aus der Kerngruppe 8.12 und sechs Schuelerinnen aus verschiedenen Japanisch-Kursen nahmen an einem Workshop und Wettbewerb im Haiku - Schreiben teil. Die besten Leistungen wurden mit einem Preis ausgezeichnet.

Unterricht mal so.....

In der 10. Klasse steht am Dienstag morgen Frau Ota vor drei Maedchen und einem Jungen des Japanischkurses. Sie malt das Schriftzeichen fuer Fruehjahrsferien an die Tafel: "Die Menschen freuen sich auf die Sonne", bedeutet es woertlich. Nachdem geklaert ist, dass es in Japan Jahreszeiten und Himmelsrichtungen, aber kein Osterfest gibt, haelt sie Benjamin die erste von vielen bunten Tafeln entgegen. Zu dem Bild, auf dem ein schlafender Mann zu sehen ist, soll ein japanischer Satz gebildet werden. "O. k.", nickt Frau Ota. Dann fragt sie in ihrer Muttersprache nach der Schlafenszeit ihrer Schueler. Benjamin grinst und zoegert. "Du gehst doch im August fuer ein Jahr nach Japan - Deine Familie dort kann sicher kaum Englisch, Benjamin." Unter dem Tisch zeigt Jiajie Svenja, dass nur noch drei Minuten rumzukriegen sind. "Warum bloss geht ihr so spaet ins Bett?" kann Frau Ota noch leicht verwundert fragen, und dann ist Pause...................

.... oder so... Lernen in Japan

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Kalligraphie in Toyohashi

Die Japanisch-Deutsche Gesellschaft in Toyohashi, einer aufstrebenden 200.000 Einwohnerstadt an der Pazifikkueste zwischen Tokyo und Osaka, bietet unseren Schuelern bei unseren Fahrten nach Japan eine einwoechige Unterbringung in den Familien. Zum Reiseprogramm zaehlen immer aber auch Tokyo, Nikko, Osaka und Hiroshima sowie die ehemaligen Hauptstaedte Kyoto und Nara.

 

 

Es gibt noch mehr zu erzaehlen von dieser Schule und ihren Schuelern und wir werden in unseren naechsten "Entdeckungen" davon berichten.

 


 

Staedtepartnerschaften

Willfried Pareigat, DD6UMW, #395

Tokio-Shinjuku news7136

news7137Der Bezirk Shinjuku liegt ungefaehr im Zentrum der 23 Stadtbezirke Tokios und macht ca. 3 % des gesamten Tokioter Stadtgebietes aus. 1991 verlegte die Stadtverwaltung Tokios ihren Sitz nach Shinjuku, das damit auch offiziell das Zentrum der Weltmetropole Tokio darstellt. Es leben ca. 280.000 Menschen auf einem Gebiet von 18,23 qkm.

Shinjuku entwickelte sich aus einer Poststation, die vor 300 Jahren dort errichtet wurde. Nachdem im Jahre 1945 bei der Bombardierung Tokios 90 % des Viertels zerstoert wurden waren, wurde es 1947, in den Jahren des Wiederaufbaus, als Stadtbezirk (ku) der Stadt Tokio konstituiert. Der Buergermeister und die Mitglieder des Bezirksrats werden in freien Wahlen durch die Buerger des Bezirks gewaehlt.

news7138Heute bildet Shinjuku ein urbanes Zentrum, das weltweites Interesse auf sich zieht. Das zeigt sich auch darin, dass Shinjuku unter den 23 Stadtbezirken Tokios der Bezirk mit der groessten Zahl wohnhafter Auslaender ist. Der Bezirk besteht zu 63 % aus Wohngebieten, zu 30 % aus Geschaeftsgebieten und zu 7 % aus Industriegebieten. Darunter sind vor allem die Geschaeftsviertel zu erwaehnen, die zu den bluehendsten in ganz Japan gehoeren. Es gibt ueber 100 Einkaufszentren in Shinjuku. Im Bezirksgebiet verkehren ein Dutzend Eisenbahnen und taeglich benutzen etwa 3 Millionen Menschen diese Verkehrsmittel. Zu den traditionellen Gewerbezweigen Shinjukus gehoeren die Faerberei sowie Buchdruck und Buchbinderei.

Zwischen dem ehemaligen Bezirk Tiergarten und dem Tokioter Stadtteil Shinjuku ist seit 1990 ein Austausch entstanden, auf dessen Basis dann im Juni 1994 ein Abkommen zur freundschaftlichen Kooperation der beiden Staedte geschlossen wurde. Seither haben die gegenseitigen Bemuehungen zu einer Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen gefuehrt und abwechselnde Besuche von Jugendlichen-Gruppen haben grosse Erfolge erzielt. Im Jahr 2001 besuchten 15 Jugendliche und zwei Begleiter aus Shinjuku in der Zeit vom 21. bis 30. August Berlin.

 

 



Ihr habt schon bemerkt, dass die e-mail-Adressen nicht mehr in der JAIG-home page aufscheinen. Damit sind sie von dritten Personen durch das Suchprogramm nicht mehr auffindbar. Falls ein JAIG-Mitglied eine e-mail Adresse wissen will, bitte mit Nakajim-san, JA9IFF in Verbindung setzen. Ebenso sind die e-mail-Adressen der JAIG Mitglieder aus Nebiya-san’s home-page herausgenommen.

 

 

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