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Grüß Gott aus einem vorweihnachtlichen Garmisch!

Letzte Ausgabe der JAIG-News 1996

Endlich ist es soweit, hier ist sie - unsere letzte Ausgabe für dieses Jahr

Kurz zurückblickend auf das Jahr, waren die Treffen in Diessen am Ammersee im April und im Juni in Friedrichshafen ein voller Erfolg. Trotz schlechter Funkbedingungen mit Japan kamen sehr viele Funkfreunde von dort angereist, um mit uns schöne und erlebnisreiche Tage zu verbringen.

Kurz vor Redaktionsschluß erhielt ich von den Mitgliedern noch Beiträge zu den JAIG-News. Dafür danke ich den Mitwirkenden sehr herzlich, weil sonst diese Ausgabe nicht in diesem Umfang zustande gekommen wäre.

Auf der letzten Seite wird das nächste JAIG-Treffen in Schmitten/Ts. angekündigt. Das wunderschöne Programm, das Frank (DL6FCX #252) und seine Freunde für uns arrangiert haben, wird mit der nächsten Ausgabe bekannt gegeben.

SCHÖNE WEIHNACHTSTAGE UND EIN ERFOLGREICHES NEUES FUNKJAHR
WÜNSCHT EUCH ALLEN

DF2CW


 

JAIG Treffen in Friedrichshafen ´96

SATO Izumi, 7K1OUO #368

Wer hat gedacht, daß ich anläßlich der Teilnahme an OM Arakawa's Willkommens-Party am 28. Oktober 95 in Tokyo soviel Interessantes und Schönes über JAIG und das YL World'96 Treffen in Berlin erfahren konnte. Das war für mich ein Anstoß, an dem YL World '96 Treffen in Berlin und dem JAIG Treffen in Friedrichshafen teilzunehmen. Zuerst möchte ich allen JAIG Mitgliedern herzlichen Dank sagen, besonders Hishiki-san (JJ1CAS) der mir von Anfang an bei gestanden hat. Nicht vergessen möchte ich Iki-san (DF2CW), Nebiya-san (JE1BQE), Igarashi-san (JA1DKN), Olaf-san (DL7UND), Rainer-san (DL1DTN), Mieko-san (DD5KJ) und Bertin-san (DJ9WH), die mir in jeder Beziehung tatkräftig geholfen haben.

Die 2 Wochen vom 19.6. (Abfahrt von Tagasaki) bis 2.7.1996 (Ankunft in Japan) waren für uns ein großes Erlebnis, da wir jeden Tag etwas Neues gesehen und kennengelernt haben. Ich glaube, daß unsere jüngste Teilnehmerin, Oizumi-san (7M1HDU), der gleichen Meinung ist. Für mich ist es immer noch wie ein Traum, daß wir mit deutschen Amateurfunkern und Pfadfinderinnen eine so freundschaftliche Begegnung hatten.

Als wir am 28.6.96 nach Friedrichshafen fuhren, waren wir von der schönen Landschaft fasziniert. Am nächsten Tag besuchten wir die Ham Radio im Messegelände. Die Größe der Ausstellung und die Menge der Besucher waren für mich beeindruckend. Beneidenswert fand ich, daß der Veranstalter Besuchern auch die Möglichkeit bot, im Messegelände und auf Parkplätzen in Zelten zu übernachten. Über die offizielle Aufnahme in die JAIG-Gruppe anläßlich dieses Treffens haben wir uns besonders gefreut.

Seit dem 28. Oktober 1995 hat sich meine Einstellung geändert. Durch die Gespräche und Erlebnisse bin offener und aktiver geworden und ich bitte die JAIG Mitglieder, mir auch in Zukunft wie bisher zur Seite zu stehen.

(übersetzt durch DF2CW #18)

 


 

  Wiedersehen mit japanischen JAIG-Mitgliedern in Japan

Bertin Butz, DJ9WH #79


Anläßlich einer Japanreise im Oktober konnten Mieko. DD5KJ/JN1WJ (#37), und Bertin, DJ9WH (#79), wieder einmal von der "anderen Seite" aus am JAIG-Net als Gäste bei Igarashi-san, JA1DKN (#89), teilnehmen. Leider ließen die Ausbreitungsbedingungen keine Verbindung mit Europa zu, aber die Freude war groß, nach langer Zeit wieder einmal mit alten Bekannten aus der Umgebung von Tokyo ins QSO zu kommen.

Auch mit den YLs, Sato-san, 7K1OUO (#368), und Oizumi-san, 7M1HDU (#369), die dieses Jahr am YL-Treffen in Berlin und an der HAM-Radio in Friedrichshafen teilgenommen hatten, gab es ein Wiedersehen in Mieko s Heimatstadt Takasaki.

Das herbstlich unfreundliche Wetter in DL hatte uns veranlaßt, wenigstens in Japan ein paar sonnige Tage zu verbringen, und zwar auf der warmen Südinsel Kyushu. Dort wurden wir in der Stadt Saga überaus herzlich von einer Gruppe von 10 XYLs und OMs unter der Organisation von Professor Katsuki, JA6EV (#73) und seiner XYL Sanae,JJ6GVX empfangen. Der Willkommensgruß beim Bankett war sowohl auf deutsch als auch auf japanisch verfaßt. Teilnehmer waren das Ehepaar Kojima (JH6QPZ und JM6CYC), die District-Managerin der JARL XYL Miyagawa (JF6MIT), die aus dem ca. 80km entfernten Kumamoto anreiste, OM Akaboshi (JH6AMO), OM Takimoto (JA6BLS) OM Matsuno (JO6UQO), OM Tono (JF6NLN) und OM Kitamura (JA6QEG). Professor Katsuki, der auch deutsch spricht und immer wieder nach DL kommt, ist sicher vielen aktiven Mitgliedern bekannt.

Anderntags konnten wir unter der Führung von OM Akaboshi die Clubstation, JA6YJT, (Kuuyama) auf einem Berg in der Nähe der Stadt Saga besuchen. Das Funkparadies, das schon zuvor Rainer, DL1DTN/7J6AAO (#202) und Nina, DL2GRC (#83) erleben durften, konnten wir nun mit eigenen Augen bewundern. Es stehen dort zwei Hütten, eine für den Funkbetrieb und eine zum Übernachten, und vier Antennenmasten mit überwiegend Monoband-Beams von 40m bis 6m zur Verfügung. Daneben gibt es auch diverse Dipole für die niederen Bänder, aber auch für UHF/VHF ist gesorgt, einschließlich EME. Auch für weniger amateurfunktütige ist die Anlage imposant: einmal die idyllische Lage in einem Mandarinenhain, dann der Ausblick über Stadt und Meer und im Vordergrund, in geraumer Distanz auch Kultur, nämlich eine buddhistische Tempelanlage.

Nach dem Besuch der prähistorischen Stätte von Yoshinogari (Yayoi-Zeit, 400 bis 300 v.Chr.) hieß es dann Abschied nehmen. Aber auch auf unserer nächsten Station in Fukuoka konnten wir nochmals einen alten Bekannten, Yoshizumi-san, JH6NHE (#309) mit XYL treffen.

Wenn schon die Bedingungen auf Kurzwelle in letzter Zeit kaum Gelegenheit zu direkten QSOs bieten, so konnten wir wenigstens durch viele Eyeball-QSOs die alten Beziehungen pflegen und auch neue knüpfen.

 


 

Meine Reise nach Deutschland und in die Schweiz und eine Wiedersehensfeier in Saga mit einem Funkamateur-Ehepaar aus München

Prof. Dr. KATSUKI Takeshi, JA6EV #73


Von 23. Februar bis 3. März dieses Jahres hatte ich wegen meiner Tätigkeit in Ulm Gelegenheit, mit meiner XYL, Rothenburg o.d. T zu besuchen. Ich arbeitete in einem Laser-Institut. Während meiner Beschäftigung betreute Nina (DL2GRC) meine Frau. Mit ihr fuhr meine Frau nach Tübingen und übernachtete bei ihrer Familie. Sie lernte bei dieser Gelegenheit ein Stück deutsche Lebensart kennen. ln München wurden wir von dort lebenden JAIG Mitgliedern zu einer Willkommensparty im Ratskeller eingeladen und verbrachten einige angenehme Stunden. Während des Spazierganges in der Münchner Innenstadt wurde mir von OM Iki die Geschichte dieser Stadt erzählt. Vor dem Rückflug nach Japan haben wir in Marburg die Familie Günter (DF9ZN) besucht und in Frankfurt trafen wir OM Iguchi (DJØCT).

Anläßlich meiner Dienstreise besuchte ich in der Zeit vom 24.8. bis 9.9.96 Freiburg i. Brsg. und Zürich. Eigentlich wollte ich mich in Zürich mit OM Iwakura (HB9LEY) treffen. Leider hatte er sich bei einem Besuch in Paris eine Dammgrippe geholt, die in Zürich noch schlimmer geworden ist, daher mußte er unser Zusammentreffen absagen. Ich konnte ihm nur das Mitbringsel aus Saga aushändigen und verabschiedete mich dann sofort.

Vor meiner Abreise nach Europa hatte ich noch ein sehr schönes Erlebnis: am 31.7. hörte ich auf dem 20m-Band einen CQ-Ruf. Dieser kam aus der Schweiz; ich rief ihn und er antwortete sofort. Ich erzählte meinem unbekannten Funkpartner, daß ich in Kürze auch nach Zürich reise und bat um seine Telefonnummer, da ich mich mit ihm treffen wollte. Vom 26.8. - 30.8.96 war ich in Freiburg, am 30.8. nachmittags fuhr ich mit der Bahn nach Zürich. Nach dem Abendessen habe ich HB9HM angerufen. Erschlug vor, am nächsten Tag (Samstag) zum Mittagessen zu fahren. Ich freute mich und sagte zu. Mit seinem Wagen fuhren wir eine knappe Stunde am Zürich-See entlang zum Panorama-Restaurant, ca. 300 m oberhalb des Sees gelegen. Das Lokal trägt diesen Namen zu recht, denn man konnte vom Fenster aus den ganzen Zürcher See überblicken. Mein Funkpartner erzählte mir, daß er auf der rechten Seite des Sees seine Kindheit verbrachte und oft im See geschwommen ist. Nach einem Blick auf die Speisekarte bestellten wir einmütig Wiener Schnitzel. Da ich die Größe der Portionen in Europa bereits kenne, bestellte ich für mich eine "halbe Portion", mein Funkpartner blieb bei der "normalen" Menge. Er aß sein Schnitzel anstandslos mit Genuß auf. Da merkte ich doch, daß Europäer mehr essen als wir Japaner.

Leider hatte ich keine Gelegenheit, die Funkstation meines Funkpartners zu sehen. Einige Tage später ging ich in ein Konzert. Am Ausgang der Konzerthalle sah ich ihn mit seiner Frau; wir sahen uns nur an und ich überlegte, wo ich dieses Gesicht schon gesehen habe. Ihm ging es wohl auch so. Plötzlich wußten wir beide, daß wir vor einigen Tagen zusammen waren. Ich erlebte wieder einmal, wie klein doch die Welt sein kann. Seine Frau hat kein Interesse an der "Funkerei", aber sie spielt gerne Klavier und hat zu Hause einen Steinway-Flügel. Sollte ich noch einmal Gelegenheit haben, ihn zu besuchen, würde ich gerne seine Frau auf meiner Geige begleiten. Wir haben auf der Straße ein Erinnerungsfoto aufgenommen. Wenn die Kurzwellenbedingungen besser werden, möchte ich gerne wieder mit ihm Kontakt aufnehmen.

Am 23. und 24.10. 1996 kam das Ehepaar Butz (DD5KJ, DJ9WH) nach Saga und es fand eine Wiedersehensfeier statt. Teilnehmer waren Mitglieder von der Saga Amateurradio-Gruppe. Aus Kumamoto kam Frau Miyagawa (JF6MIT) angereist. Außerdem kam Frau Muchi, Freundin von Frau Butz, die ich auch seit 20 Jahren kenne aber seit dieser Zeit nicht mehr gesehen habe. Das Ehepaar Butz wurde von ihr abgeholt und nach Saga gefahren. Auf diese Weise kam es nach vielen Jahren zu einem Wiedersehen. Frau Muchi ging zum Gesangsstudium nach Deutschland und lernte dort Mieko kennen. Beide waren oft zusammen, denn sie waren Junggesellinnen. Wir haben an diesem Abend die schönen Stimmen sehr genossen.
Am nächsten Tag fuhr das Ehepaar Butz mit JA6AOM und JJ7GVX nach Kuuyama, wo unsere Clubstation aufgebaut ist. OM Butz wunderte sich über den auf dem Berggipfel stehenden Antennenwald

(übersetzt von DF2CW #18)

 


 

  Nina Riefler, DL2GRC

Liebe JAIG-Freunde,

In diesem Jahr hatte ich endlich wieder die Chance nach Japan zu fliegen!

In Tanabe/Kyoto machte ich ein Praktikum, und konnte in dieser Zeit bei einer sehr netten japanischen Familie 2 Monate wohnen: vier Generationen unter einem Dach, und ich wurde aufgenommen wie eine Tochter. Das war ein großes Glück für mich, daß die ganze Familie mich so herzlich aufnahm. Die Familie war ein "Volltreffer". Schon in der Planungsphase kam schnell große Vorfreude auf. Die Familie schrieb mir im voraus und fragte an, ob ich mein Zimmer denn lieber in "Japan-Stile" oder "Western-Stile" haben wolle - wobei ich erstere wählte.
Am Flughafen erlebte ich meine erste Überraschung, als mein japanischer Bruder Youichi mich am Flughafen begrüßen kam, obwohl ich die ersten paar Tage bei einer Freundin verbringen wollte, die sehr gut deutsch kann, damit ich mich allmählich wieder in Japan sprachlich eingewöhnen kann.
Und diese Eingewöhnungs-Überlegung war doch wichtig, wie ich später feststellen sollte.... Anfangs war ich gefrustet, weil ich kaum ein Wort von Yonichi und den Leuten um mich herum verstehen konnte .... des Rätsels Lösung: sie sprachen Kansai-Ben (das ist der Dialekt, der in der Kansai-Region gesprochen wird). Doch welch Glück half mir meine Freundin ein paar wichtige Grundbegriffe zu lernen.

Ich war sofort in die Familie voll aufgenommen: die Oma zeigte mir wie man Umeboshi (in Reiswein und Salz eingelegte Pflaumen) ansetzt, Vater beantwortete mir geduldig jeden Abend meine 1000 Fragen und erklärte mir die Unterschiede zwischen Hochjapanisch und Kansai-Ben, und Mutter nahm mich mit zum Maiko-Tanz (Maikos sind die in Ausbildung befindlichen Geishas) und zum Kimono-Anziehunterricht, was wirklich eine Kunst ist. Am ersten Tag ging mein Bruder Yonichi mit mir "Bambus-Kinder" stechen (gemeint sind damit die Bambus-Sprossen). Im Durchmesser sind sie ca 10cm, und in der Länge ca 15-40cm; da muß man schon feste Stemmen und Schwitzen bis man die Bambus-Kinder aus dem Boden gehebelt hat! Seine Frau Yoko erklärte mir wie ich die Ikebana-Gestecke machen kann, und die beiden Kinder Taku und Nao zeigten mir O-Hanabi (das ist ein kleines Feuerwerk, das hauptsächlich im Sommer abends abgebrannt wird) und bauten mit mir die kleine Bühne für das Knabenfest auf. Aber nicht nur das Genannte, sondern vieles vieles mehr sah und lernte ich jeden Tag.

Die Familie hatte mir ein Moutainbike zur Verfügung gestellt, da das Haus "Inaka" (auf dem Lande mitten in Reisfeldern) liegt, damit ich auch selber kleinere Ausflüge unternehmen konnte. Jedoch waren sie nach meinem ersten Ausflug ganz aufgeregt, da sie Angst hatten, ich würde den Weg nicht zurückfinden. Am liebsten hätten sie einen Suchtrupp nach mir ausgeschickt (ich war nur ca 1 Stunde unterwegs!). Alle waren rührend um mich besorgt.

Nach dem Praktikum kam auch Holger nach Japan, und wir reisten durch den Norden Japans - alle hatten uns nämlich erklärt, daß es Anfang Juli in Japan die Regenzeit gibt - aber auf Hokkaido gäbe es sie nicht (!) - worauf wir in den Hohen Norden auf Hokkaido reisten - aber jeden Tag hatten wir Regen, Regen, Regen.... Zur gleichen Zeit war es in Tokyo ausnahmsweise trocken !!! (Bis auf die hohe Luftfeuchtigkeit).

Einerseits freute es mich, daß ich zu Beginn der "Goldenen Woche" (Ende April/Anfang Mai ) in Japan sein konnte, aber leider verpasste ich dadurch das diesjährige JAIG-Treffen in Diessen am Ammersee. Eine kleine Entschädigung war, daß ich in Osaka und Tokyo Freunde bei kleineren JAIG -Treffen (wieder) sehen konnte .

Vielleicht sehen wir uns ja schon bald wieder in Japan, denn Holger (DL8SCU) und ich werden Ende Januar einen kleinen Aufenthalt in Japan haben (ca. 19.-25. Januar 1997).
Wir würden uns sehr freuen wenn wir auch diesmal wieder JAIG-Freunde treffen können!

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

 


 

Mein Zusammentreffen mit JAIG

NARA Keinosuke, DH/JP1HIS #376

Anfang Juni dieses Jahres habe ich zum ersten Mal die Gruppe JAIG, die unter dem Motto Deutsch-Japanische Freundschaft steht, kennengelernt. Ich wurde gerade zu meiner Forschungstätigkeit ins Ausland abgeordnet. Früher hatte ich ab und zu durch Zeitschriften den Namen JAIG gelesen, jedoch habe ich mich noch nicht so viel dafür interessiert. Eines Tages sah ich auf der Homepage im Internet, das ich wegen Informationssammlung für mein Forschungsthema in der Universität Würzburg aufsuchte, die mir bekannte Schrift "JAIG". Diese Schrift konnte ich nicht so ohne weiteres ignorieren, weil ich ein so leidenschaftlicher Funkamateur bin, daß ich an meinem Arbeitsplatz ein 50 MHz Handfunkgerät installiert habe. Wenn ich später nach Haus komme, rufe ich mit diesem Gerät meine XYL (7M3RZO). Unmittelbar nach dem Lesen der Info über JAIG habe ich dem Verfasser OM Nakajima (JA9IFF) eine Returnmail geschrieben, um Näheres über das Funkleben in Deutschland zu erfahren. Am nächsten Tag bekam ich von ihm eine Antwort. Bei der HAMFEST'95 in Tokio, die im August stattfand, habe ich ihn persönlich kennengelernt. Dabei habe ich von ihm eine CQ-DL geschenkt bekommen, die ich fast täglich bis zu meiner Abreise gelesen habe. Der Inhalt dieser Zeitschrift brachte mir umfassende Informationen über den Funkverkehr in Deutschland. Da ich nur die 3. Klasse der japanischen Funklizenz besitze, und meine XYL nur die der 4. Klasse, habe ich für die Reise nach Deutschland nur 2-m-Band-Geräte (SSB) vorbereitet. Hier ist die Aktivität auf dem 2-m-SSB nicht besonders groß, daher hat mit OM Iki empfohlen, auf FM umzusteigen. Wochentags funke ich über FM-Relais (DBØWZ) und am Wochenende über die Clubstation OV Unterfranken (DLØTP) auf 3,6 MHz SSB. Dadurch habe ich in Deutschland viele Freunde gewonnen. Besonders Dieter (DL8NDD), der uns freundlicherweise sehr oft Hilfe angeboten hat. Er leiht mir deutsche Funkzeitschriften, um u.a. weitere Informationen über das deutsche Funkleben zu erhalten. Meine Kurzzeit-Lizenz (DH/JP1HIS) gilt bis 31.12.1996; zur Zeit warte ich auf meine Gast-Lizenz.

1978 lernte ich in Tokyo eine deutsche Familie namens Wüst kennen, dies war mein erster Kontakt mit Deutschland. Im Sommer '78 hatte ich Gelegenheit als "Home-Stay" nach Braunschweig zu kommen; ich war damals 13 Jahre alt. Dieser Besuch hat mein Interesse an weiteren Begegnungen geweckt und mein Denken positiv beeinflußt. Nach meiner Rückkehr aus Deutschland habe ich als BCL hauptsächlich die "Deutsche Welle" empfangen. Als Hochschüler habe ich die Funkamateur-Lizenz erworben. In den Jahren 1979 und 1991 war ich in Deutschland, da aber zu dieser Zeit meine Funkaktivitäten nicht sehr groß waren, habe ich keine Kontakte aufgenommen. Dieses Mal aber war es anders, JAIG hat mich angespornt. Durch die Kontakte mit DL-Stationen möchte ich die Deutsch-Japanische Freundschaft vertiefen. Darüber freue ich mich sehr.

(übersetzt durch DF2CW #18)

 


 

Meine Beziehung zum Funkamateurleben

NARA Yoshimi, DC/7M3RZO #377

Im Januar 1993 starb mein Großvater (JH4GGN, vor dem Krieg J4CT). Er war begeisterter Funkamateur, das habe ich erst nach seinem Tod erfahren. Auf Vorschlag meines Vaters haben wir ein Buch über das "Funk"-Leben meines Großvaters zusammengestellt; die Verwandten und der Bekanntenkreis haben uns mit Beiträgen dabei geholfen. Als ich 1993 in Tokyo lebte, hat der Besuch der HAMFEST, das Vorbild meines Großvaters und letztlich auch das Kennenlernen meines Mannes (der ebenfalls Funkamateur ist) mich angehalten, die Funkprüfung - Klasse 4 - zu machen.

In meiner Kindheit lebte ich durch die Versetzung meines Vaters 6 Jahre im Hamburg. Mein Mann ist Deutschland-Fan und das verbindet uns sehr. Als meinem Mann die Abordnung nach Deutschland vorgeschlagen wurde, hat er sofort ja gesagt. Als wir hier ankamen, haben wir sofort einen Funklizenzantrag gestellt. Durch das Internet habe ich JAIG kennengelernt und war erstaunt über die großen Aktivitäten. Ich freute mich, daß ich als Mitglied aufgenommen wurde. Dadurch hat sich mein Horizont erweitert und mein Verständnis für viele Dinge ist größer geworden. Wir haben eine 13 Monate alte Tochter, die mich sehr beansprucht. Daher habe ich bis jetzt nur ein einziges Mal auf 2-mBand CQ gerufen. Ich hoffe aber, im Neuen Jahr mehr Zeit für dieses Hobby zu haben.

(übersetzt durch DF2CW #18)

 


 

Funkamateur-Prüfung in Italien

FUJI Ei´ichi IZ2AHI/JG1TCG #370

Zuerst muß ich mich bei Herrn Iki (DF2CW) bedanken, daß er mich als Mitglied von JAIG aufgenommen und mir die Gelegenheit gegeben hat, meine Erfahrungen als Funkamateur in Italien vorzustellen.

Wegen des Personalwechsels meiner Firma in Japan lebe ich seit Juli 1995 mit meiner Familie hier in Mailand. Seit 1974 bin ich begeisterter Funkamateur und in diesem Jahr habe ich auch meine Funklizenz erhalten.

Meine größte Angst war, daß es keine gegenseitige Anerkennung der Funkamateurlizenzen zwischen Italien und Japan gibt. Mit Hilfe von IK2AEQ Luca, der mein Kollege und mein alter Funkamateurfreund ist, haben wir versucht durch ARI (Associazione Radioamatori Italiani) ein Gesuch um eine Sondergenehmigung an das Ministero P.T. (Postministerium) zu schreiben; das war im Juli 1995. Nach zwei Monaten erhielten wir eine schlechte Nachricht, nämlich; daß es keine Möglichkeit gibt, mit japanischer Lizenz QRV zu machen. Obwohl ich diese Folgen vorausgesehen hatte, war ich - na, ja -erschüttert. Der einzige Weg für mich war, die Prüfung beim Postministerium abzulegen. Es war geplant, nach langer Pause (wegen Umorganisation in diesem Ministerium) im Dezember 1995 wieder Prüfungen durchzuführen und mit Hilfe von Luca habe ich mich angemeldet. In Italien gibt es zwei Arten Lizenz nämlich "0rdinario" = allgemeine und " Speziale =spezielle. Für die allgemeine Lizenz braucht man die Prüfung in CW, Elektrotechnik und Gesetze; damit kann man auf allen Bändern uneingeschränkt arbeiten. Für die spezielle Lizenz, mit der man nur auf UKW über 50 MHz unter 10W QRV machen kann, ist die Prüfung in Elektrotechnik und Gesetze notwendig. Für beide Lizenzen sind schriftliche Prüfungen (ohne Fragen und Antwort) erforderlich. Außer einfachen Grüßen habe ich wenig Kenntnisse in der italienischen Sprache. Also habe ich mich entschieden, dieses Mal die Prüfung nur in CW zu machen, die anderen beim nächsten Mal, wenn ich die italienische Sprache besser beherrsche.

Der 15. Dezember 1995 ist der Tag, den ich nie vergessen kann. Für die CW Prüfung habe ich das erste Mal das Ufficio Lombardia (die Zweigstelle Lombardei) des Postministeriums in Mailand besucht. Als ich angekommen bin, hat ein OM von ARI auf mich gewartet, um mir Hilfestellung zu geben. Er hat mir freundlicherweise erklärt, wie ich mich bei der CW Prüfung verhalten soll. Unsere Gruppe bestand aus 12 Prüflingen. Es gab für jeden eine Morsetaste, Kopfhörer und einen Drucker zur optischen Prüfung des Ergebnisses. Zuerst gab es die Morse-Empfangsprüfung: es begann nach 3 langen "T", die Geschwindigkeit betrug 40 Buchstaben pro Minute, wobei Gruppen zu je 5 Buchstaben gesendet wurden und das Ganze dauerte ca. 7 Minuten. Anschließend wurde die Sendeprüfung durchgeführt. Ohne Ton und mit schwergängiger Morsetaste (Verzeihung!) war es ein bißchen schwierig für mich. Aber, na endlich ist die Prüfung vorbe igewesen. Danach dachte ich, daß ich sofort in mein Büro zurückgehen kann; es war ein Arbeitstag.

Aber - der OM von ARI hat mich aufgehalten, mich in den Raum des Abteilungsleiters gebracht, wo die Besprechung begann. Obwohl ich nicht alles verstanden habe, war es klar für reich, daß der OM versucht hat, die Leute v om Ufficio Lombardia des Postministeriums zu überreden, mir die Lizenz ohne die Prüfung in Elektrotechnik und Gesetz zu erteilen. Die Leute vom Ufficio waren sehr nett und freundlich und telefonierten mit dem Postministerium in Rom. Rom war zuerst sehr hart und wollte nicht verstehen, aber nach einem langen Telefongespräch einigte man sich auf eine Bedingung. Diese war, daß das Ufficio Lombardia die Prüfung in englisch-italienischer {Übersetzung durchführt, d.h. mir wurde die Frage auf englisch gezeigt, ich antwortete auf englisch und diese wurde dann ins Italienische übersetzt. Es war eine große Überraschung für mich - aber sofort begann die Prüfung im Zimmer des Abteilungsleiters nur für mich. Ich bekam ein Blatt aus einem Notizbuch, nach einer freundlichen Verhandlung wurde die Art der Frage entschieden (eine für Elektrotechnik und eine für das Gesetz). In 5 Minuten ist alles vorbei gewesen. Und ... nach 3 Monaten, im März 1996 erhielt ich die Lizenz "Patente di operatore di stazioni di radioamatore". Aber es war nicht das letzte Ziel. Wie in Japan, müssen wir in Italien dieLizenz für die Station "Licenza di impianto ed esercizio di stazione di radioamatore'` bekommen, um Rufzeichen zu erhalten und QRV zu machen. Die provisorische Funklizenz mit meinem italienischen Rufzeichen erhielt ich im Mai, und endlich im September konnte ich die offizielle Funklizenz erhalten.
Ich hatte keine Hoffnung, in Italien Funkamateur zu werden. Aber durch die nette Hilfsbereitschaft der italienischen Funkamateure, OM von ARI und das Entgegenkommen der Leute der Post in der Lombardei konnte ich auch hier in Italien Funkamateur werden.
Jetzt empfinde ich durch die Funkamateure eine tiefe und starke Freundschaft über Grenzen hinweg und zum Dank dafür, will ich in Italien mein Bestes geben, um die Freundschaft mit den italienischen Funkamateuren zu vertiefen.
"Ci sentiamo in aria. Tanti saluti e buoni DX!!"

(Dieser Beitrag ist in deutscher Sprache eingegangen!)

 

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